Es ist nicht immer ganz einfach
die Echtheit eines Autogramms zu 100% festzustellen. Nicht nur mutwillige
Fälschungen von Händlern sind im Umlauf, sondern ganz legale Fälschungen
machen es dem Sammler zusätzlich schwer. Seriöse Gutachter können anhand von
Scans und Bildschirmanzeigen keine eindeutigen Aussagen treffen. Insbesondere
das Potential der Manipulation des Scans oder der Verzerrung durch das Scannen
muss hier beachtet werden. Weiter gehen beim Scannen oder Kopieren für einen
Gutachter wichtige Details des Schriftzuges verloren, was die Arbeit weiter
erschwert.
1. handsignierte Unterschrift
Schlicht und ergreifend schwierig zu
beurteilen. Leider saß man ja nicht daneben, als der Star unterschrieben. Ich
versuche meist die anderen Unterschriften-Typen so weit es geht
auszuschließen. Wenn es um die direkte Beurteilung des Schriftzuges geht, sehe
ich mir wenn es möglich ist und man zum Beispiel 2 Autogramme bekommen hat meist
diese genauer an und vergleiche diese miteinander. Man kann das Autogramm was
man bekommen hat auch mit anderen Autogrammen des Stars vergleichen, jedoch
liefert nicht jeder Star jedes Mal einen Schriftzug ab, der exakt gleich
aussieht. Jeder sollte sich seine eigene Unterschrift ansehen und wird wohl
bemerken, dass auch diese von Tagesform etc. abhängt.
2. Druck-Unterschrift
Die sind wohl am einfachsten zu erkennen. Der
Star hat einmal ein Bild signiert und dies wird eingescannt und tausendfach
ausgedruckt. Dementsprechend unterscheiden sich Unterschrift und Bild in Bezug auf Glanz o.ä.
nicht. Wenn man das Autogramm im Licht betrachtet (dabei horizontal vors Auge
halten) und schwenken und man keinen Unterschied bemerken kann, ist es wohl
ein Druck. Unterschriften mit Kugelschreiber zum Beispiel hinterlassen in der
Regel Vertiefungen. Unterschriften mittels Stift glänzen oder man sieht leichte Verschmierungen,
wo der Stift beim Schriftzug bereits vorhandene Linien gekreuzt hat. Vom
Schmiertest nehme ich selbst Abstand. Habe ich sonst keine Hinweise für Druck
gefunden, bin mir aber nicht sicher, lasse ich es dabei. Ich möchte mir kein
Original verderben, indem ich mit angefeuchteten Finger über die Unterschrift
gehe, um zu sehen, ob sie sich verschmieren lässt. Hat man 2 gleiche Autogramme
eines Stars zur Hand und die Unterschriften sitzen genau an der gleichen Stelle
und ähneln sich auch komplett ohne die noch so kleinste Abweichung so kann man
davon ausgehen das es eine Druck-Unterschrift ist.
3. Autopen-Unterschrift
Hier geht der Star raffinierter zu Werke. Die
Unterschrift wird durch eine Maschine auf die Bilder geschrieben und ahmt
dabei die Vorlage der Unterschrift zu hunderprozent nach. Das heißt, dass die
Unterschrift auch beim 10.000 Mal genau aussieht, wie die Vorlage.
Nicht gerade einfach zu erkennen. Glück hat, wer mehrere Autogramme erhalten
hat. Sind dabei die Unterschriften exakt gleich (auch in Bezug auf die Position
auf dem Bild) und unterscheiden sich nicht einmal in den kleinsten Details, wird
es wohl eine Autopen-Unterschrift sein. Auch fehlen meist kleine Absätze in
der Unterschrift. (Selten unterschreibt man in einem Zug, sondern setzt z.B. bei
bestimmten Buchstaben neu an). Einige Stars lassen die Unterschrift auf den
Bildern zwischenzeitlich neu positionieren so dass sie nicht immer an der
exakt gleichen Stelle erscheint - gute Täuschung. Es gibt jedoch auch Stars die
wohl so viele Autogramme nacheinander unterschreiben das sich die Unterschriften
von der Position und Art her fast kaum unterscheiden auf verschiedenen
Autogrammen. Dabei muss man noch genauer auf jedes noch so kleine Detail achten
das man nicht solch ein Autogramm als Autopen-Unterschrift abtut obwohl es ein
handsigniertes Autogramm ist.
4. Sekretärsunterschrift
Hier unterschreibt der Star nicht selbst,
sondern sein Sekretär erledigt das für ihn. Diese Unterschriften sind nur anhand
von Vergleichsvorlagen zu erkennen. Jedoch halte ich es für sehr schwierig solch
eine Unterschrift eindeutig zuzuordnen ob es nun der Star oder der Sekretär war,
da wie gesagt eine Unterschrift von der Tagesform oder sonstigen Umständen
abhängt.
5. Stempel-Unterschrift
Mittlerweile in Mode gekommen bei den Stars ist
auch die Stempel-Unterschrift. Die Unterschrift sitzt zwar immer an
unterschiedlichen Positionen jedoch sieht die Unterschrift immer haargenau
gleich aus. Meist ist eine Stempel-Unterschrift auch sehr verwischt.
6. Fälschungen
Die Erkennung von guten Fälschungen ist oftmals
nur schwer möglich. Deutliche Kennzeichen für Fälschungen sind z. B. Stifte die
in der Zeitepoche der Persönlichkeit nicht existiert haben. Ein Goethe mit einer
Edding-Signatur ist somit als Echt auszuschließen. Einige Händler verkaufen
Autogramme inklusive einem COA, übersetzt bedeutet dies Certificat of
Authentithy - Echtheitszertifikat. Wer Autogramme fälscht, schreckt jedoch auch
nicht davor zurück solch ein Echtheitszertifikat zu schreiben bzw. zu fälschen.
Allerdings kann man beobachten das seriöse Händler weitaus weniger mit
Echtheitszertifikaten um sich werfen als Unseriöse. Für Fälschungen gilt das
Gleiche wie für Sekretärsunterschriften - sie sind wenn sie gut meist nur sehr
schwer zu erkennen.